Das Ahrtal und die Ahrtalbahn
Das Weinbaugebiet der Ahr
Das Weinbaugebiet der Ahr in der Nähe von Bonn hat seinen Namen vom gleichnamigen Fluss, der Ahr. Es ist in Deutschland das größte geschlossene Weinbaugebiet für Rotweine. Auf insgesamt 548 Hektar Rebfläche werden 87,5 % Rotwein- und 12,5 % Weissweinreben angebaut.
Schon zur Römerzeit wurden im Ahrtal Weine angebaut. Urkundlich erbrieft kann die Geschichte des Weinbaus im Ahrtal bis in die zweite Hälfte des 8. Jahrhunderts belegt werden.
Im Jahr 893 nennt der Prümer Urbar größere Weinberge in acht Ahrsiedlungen. In diesem Güterverzeichnis nennt die Klosterabtei Prüm eine Reihe weinabgabenpflichtige Güter, darunter in Ahrweiler, Dernau und Altenahr. Mayschoß ist ein Teil der Verbandsgemeinde Altenhar. Ahrweiler kam mit der Grafschaft Are 1246 zum Erzstift Köln. Die Gemeinde musste im15. Jahrhundert ihrem Landesherrn, dem Kurfürsten von Köln, jährlich 30 Fuder Wein liefern. In einem Dokument aus dem Jahr 1417 wird beschrieben, wie alle Weinfässer der Gemeinde gerichtlich versiegelt wurden, bis der Rentmeister des Kurfürsten von Köln kam und die ihm 30 zugesagten Fuder wählte (oder kürte), daher kommt der Ausdruck „Kurwein“.
Rote Rebsorten wurden erst nach dem dreißigjährigen Krieg angebaut. Im Jahr 1794 besetzten französische Truppen das Ahrgebiet. Nach dem Wiener Kongress wurde das Gebiet der Ahr mit dem preußischen ernähren konnte.
Königreich verbunden. Mit dem Beitritt Preußens zum deutschen Zollverein im Jahr 1833 brauch der Absatz mit Weinen drastisch ein. Durch Missernten und dem Einbruch des Handels mit dem benachbarten Belgien wurden die Weine nahezu unverkäuflich. Viele Familien der Ahr waren gezwungen, nach Amerika aus zu wandern, weil der eigene Grund sie nicht mehr
In der Not griffen die Winzer zur Selbsthilfe. 18 Winzer gründeten 1869 in Mayschoß eine der ersten Winzergenossenschaften der Welt. Dem folgten weitere über 20 Gründungen von weiteren Winzergenossenschaften im Ahrtal, die weitestgehend noch heute existieren und dazu beigetragen haben, dass die Qualität der Ahrweine ein Spitzenniveau erreicht haben und weltweit abgesetzt werden können.
Die Qualität der Weine hängt auch mit den Bodenverhältnissen und der günstigen klimatischen und geographischen Lage zusammen. Das Ahrgebiet liegt im nördlichen Teil von Rheinland-Pfalz und grenzt an die Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen. Das Weinbaugebiet liegt im Regenschatten der Eifel und des Hohen Venns. Die Niederschlagsmenge liegt mit jährlich 560 mm vergleichsweise niedrig und bewirkt einen höheren Anteil an Sonnenstunden. Wegen der Lage am Südrand der Kölner Bucht mildert auch der Golfstrom das Klima des Weinbaugebietes.
Die steilen, felsigen Südhänge heizen sich bei Sonnenbestrahlung rasch auf und geben die gespeicherte Wärme nur allmählich an die Reben weiter, so dass auch nachts ausgeglichene Temperaturen gewährleistet sind.
Die Ahrtalbahn
Die Ahrtalbahn ist eine 29 km lange Strecke, die von Remagen über Ahrweiler und Dernau nach Ahrbrück ins Ahrtal führt. Eine direkte Verbindung vom Hauptbahnhof Bonn besteht ebenfalls.
Die Geschichte der Ahrtalbahn beginnt als Zweigstrecke der linken Rheinschiene. 1844/1856 hatte die „Bonn-Cölner-Eisenbahngesellschaft“ flussaufwärts eine Strecke errichtet, die von der Rheinischen Eisenbahngesellschaft 1858/1859 über Remagen und Koblenz bis Bingerbrück verlängert worden war. Am 23. September 1879 erging eine Ministerialverfügung zum Bau der Ahrtalbahn. Aus strategischen Gründen kam 1912 in Dümpelfeld ein Abzweig nach Lissendorf hinzu. Weitere Streckenneubauten, wie zum Beispiel die Verbindung des Ahrtals von Dernau nach Neuss über Rheinbach und Liblar unter Umgehung von Köln wurden zwar begonnen, konnten aber wegen des 1. Weltkrieges und der nachfolgenden Abrüstungsbestimmungen der Siegermächte nicht zu Ende geführt werden. Die bereits im Ahrtal fertig gestellten Tunnel wurden im 2. Weltkrieg zunächst für die Rüstungsiindustrie unter Einsatz von Zwangsarbeitern verwendet und waren später Bestandteile des Regierungsbunkers in Marienthal.